Für jeden Schwimmteich wird bereits bei der Planung ein Leitbild benannt, das sich an einem natürlichen oder naturnahen Vorbild orientiert. Die Eigenschaften dieses Leitbildes definieren dann die angestrebten Qualitätsansprüche an Wasser und Biologie des Teiches.
Für die technischen Kategorien 1 bis 3 entsprechen die Vor- oder Leitbilder natürlichen Stillgewässern, welche eine hohe Artenvielfalt im Wasserkörper aufweisen. Das natürliche Nahrungsnetz mit Pflanzen>>, Tieren und Mikroorganismen (Siehe Thema Mikroorganismen>>) ist weitgehend vorhanden. Es soll sich zwischen den einzelnen Gruppen ein biologisches Gleichgewicht einstellen. Fische sind nicht vorgesehen, sehr wohl jedoch Lurchen und andere Amphibien.
In den Regenerationsbereichen der Schwimmteiche dieser Kategorien sind Sedimente (also Schlammbildung) in Maßen tolerierbar. Begrenzt dürfen diese Sedimente auch sauerstofffreie Schichten aufweisen.
Fließgewässer
Für die Kategorien 4 und 5 entsprechen die Leitbilder natürlichen Fließgewässern, welche nur eine hohe Artenvielfalt an festsitzenden Organismen (v. a. in Form von sogenanntem Biofilm) aufweisen. In den Schwimmteichen dieser Kategorien muss eine kontinuierliche Durchströmung im gesamten System während der Badesaison gewährleistet sein. Nur so wird der gesamte Biofilm mit Sauerstoff versorgt. Anaerobe Prozesse (Sauerstoffschwund) können so vermieden werden. Anaerobe Sedimente müssen in dieser Kategorie völlig vermieden werden.
Weitere Leitbilder aus der Natur oder auch künstliche Gewässer, welche auf eine spezielle Wasserzusammensetzung oder auf ein spezielles Arteninventar zurückgreifen, sind möglich. Sie müssen jedoch in geeigneter Weise dokumentiert und technisch umgesetzt werden.
Stehende Gewässer - Einige Vorzüge und Nachteile der Kategorien 1-3
Niedrigere Kategorien bestechen vor allem durch eine höhere Pflanzenvielfalt in einem verhältnismäßig großen Regenrationsbereich. Bei diesen Anlagen wird die Wasserreinigung durch das natürliche Nahrungsnetz mit Produzenten, Destruenten und Konsumenten gewährleistet. Ein stabiles, biologisches Gleichgewicht ist vorhanden. Örtlich sind anaerobe Sedimente tolerierbar, eine leicht milchige Trübung durch Organismen ist aber auch im „klaren“ Wasser vorhanden (Vor Unterwasserleuchten sehr gut sichtbar).
Fliessende Gewässer - Einige Vorzüge und Nachteile der Kategorien 4-5
Hohe Schwimmteichkategorien weisen dank ausgefeilter Technik einen im Verhältnis zum Regenerationsbereich grossen Schwimmbereich auf. Damit Teiche dieser Kategorien frei von Algen bleiben und eine hohe Wasserklarheit erreichen, ist eine strikte Phosphorlimitierung nötig. Phosphor ist ein essentieller Nährstoff, wird er im System aufgezehrt, ist Algenwachstum unmöglich. Erreicht wird dies durch die ständige Umwälzung des Wasserkörpers und die Bindung der Nährstoffe (und somit des Phosphors) im Biofilm. Nährboden für diesen Biofilm ist meist ein Kies-, Zeolith- oder anderer Filter. Ein nicht zu vergessender Aspekt ist bei diesen Systemen der relativ hohe Stromverbrauch für den Erhalt der Durchströmung.
Durch die geringe Nährstoffkonzentration ist das Gedeihen nicht mehr für alle Pflanzenarten möglich. Diese Systeme sind daher relativ artenarm und gleichen bei entsprechender Gestaltung den herkömmlichen Swimming-Pools. Möglich ist die Kombination mit einem separierten Pflanzenbecken, welches dann reicher an Nährstoffen und daher auch an Pflanzen ist. Dieses rein der Optik dienende Becken muss völlig unabhängig vom Schwimmteich arbeiten.
mafr